Carmen Gerngroß (22), Auszubildende

Für die junge Mutter war der Einstieg ins Berufsleben kein Zuckerschlecken: Carmen Gerngroß macht seit September 2021 eine Teilzeit-Ausbildung zur Malerin und Lackiererin. Zu Stiegler kam sie durch ein einwöchiges Praktikum.

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Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass du Malerin und Lackiererin werden möchtest?

Ich habe lange gebraucht, um den richtigen Beruf zu finden. Bevor ich Stiegler kennenlernte, machte ich verschiedene Praktika – im Kindergarten, im Altenheim oder im Verkauf. Aber das war alles nicht meins. Erst als ich in die Arbeit einer Malerin und Lackiererin hineinschnupperte, merkte ich: Das ist genau der Job, den ich will!

Warum hast du dich gerade für Stiegler entschieden?

Wegen des Gesamtpakets. Die Kollegen sind sympathisch, alle haben immer ein offenes Ohr für mich und helfen, wo sie können. Die Chefs sind super. Bereits während des Vorstellungsgesprächs waren sie sehr freundlich und so verständnisvoll mit meinem Hintergrund. Außerdem macht mir die Arbeit einfach Spaß.
Ich könnte mir keinen besseren Arbeitsplatz vorstellen. Denn hier bin ich glücklich und hier will ich bleiben. Das ist auch der Grund, warum ich anderen Menschen ebenso empfehlen würde, eine Ausbildung bei Stiegler zu machen.

Welche Aufgaben gefallen dir am besten?

Streichen, lackieren, sogar abdecken und abkleben. Schleifen. Eigentlich alles. Der Beruf ist wirklich vielseitig: Man kann einerseits handwerklich tätig werden, anderseits kreativ sein.

Wie brachte dich die Ausbildung bei Stiegler persönlich weiter?

Die Ausbildung stärkt mein Selbstvertrauen – und das war immer ein schwieriges Thema bei mir. Daher hatte ich anfangs schon etwas Angst, die ein oder andere Aufgabe nicht zu schaffen. Doch meine Kollegen warfen mich dann einfach ins kalte Wasser. Zum Beispiel sollte ich letztens einen ganzen Raum streichen. Normalerweise teilen wir uns die Arbeit auf, einer macht die Decke, der zweite die Ecken und einer die Wände. Aber diesmal durfte ich alles selbst machen. Es hat super geklappt!

Dabei lernte ich, mir mehr zuzutrauen. Selbstständig zu arbeiten. Zudem war es ein gutes Gefühl, Verantwortung zu tragen.

Vor welcher Herausforderung standest du vor Beginn deiner Ausbildung?

Ich wurde ungeplant schwanger und bekam mit 20 ein Kind. Nach der Geburt meines Kleinen war ich ein Jahr lang zu Hause – das war mir wichtig. Ich wäre auch gerne länger daheimgeblieben, drei Jahre am liebsten, aber das war finanziell nicht möglich. Außerdem wollte ich unbedingt eine Ausbildung machen.

Mir war klar, dass es mit Kind schwierig wird – zum Beispiel musste ich eine geeignete Betreuung finden. Ein Kindergarten kam nicht infrage, denn wenn man Vollzeit arbeitet, muss der Kleine auch Vollzeit betreut werden. Jetzt ist mein Sohn den ganzen Tag bei einer Tagesmutter.

Zu Beginn hatte ich Bedenken, dass acht Stunden zu viel für ihn sind. Und für mich. Rückblickend läuft es jedoch besser als gedacht: Weil ich sehe, dass es meinem Kleinen gut geht und er bei der Tagesmutter bestens aufgehoben ist.

War es schwierig, mit Kind eine Ausbildung zu finden?

Mein jetziger Chef verstand meine Situation direkt und sagte: „Zusammen kriegen wir das hin!“ Außerdem gab er mir Zeit – sowohl um mich zu entscheiden, ob ich die Ausbildung wirklich machen will als auch daheim alles zu regeln. Im Gegensatz dazu waren andere Arbeitgeber eher distanziert: Viele befürchteten, dass ich häufig fehlen würde, weil mein Kind krank sei. Obwohl ich immer wieder versicherte, dass dies kaum vorkommen würde.

Bei Stiegler mache ich nun eine Teilzeit-Ausbildung. Das bedeutet, ich arbeite von Montag bis Donnerstag, freitags bin zu Hause. Und sollte ich beziehungsweise mein Sohn während der Arbeitszeiten einen Termin haben, ist das kein Problem. Meine Kollegen sind immer verständnisvoll, außerdem kann ich auch mal samstags in die Firma kommen. Denn an den Wochenenden ist der Papa daheim und passt auf den Kleinen auf. Wir sind zwar nicht mehr zusammen, wohnen und erziehen jedoch gemeinsam.

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Wie schaut dein Alltag aus?

Ich stehe um fünf Uhr auf, mache mich fertig. Anschließend füttere ich meinen Sohn, ziehe ihn an. Während der Papa ihn gegen 6 Uhr zur Tagesmutter fährt, gehe ich auf die Baustelle. Um 17 Uhr hole ich den Kleinen wieder ab, dann haben wir noch zwei Stunden für uns.

Klar ist unser Alltag teilweise stressig, doch zum Glück teile ich mir die Arbeit mit seinem Papa. Dann schafft man das auch. Man sollte nicht allein versuchen, Beruf und Kind unter einen Hut zu bekommen. Sondern die Familie einbeziehen oder das Jugendamt um Hilfe bitten. Dafür muss man sich nicht schämen.

Hast du Angst, dein Kind wegen der Ausbildung zu vernachlässigen?

Eine andere Mama aus meiner Berufsschule fragte mich mal: „Hast du nicht Angst, dass er die Tagesmutter irgendwann Mama nennt?“ Am Anfang hatte ich die schon, aber das ist bis heute nicht vorgekommen. Er fühlt sich wohl bei ihr. Und wenn ich ihn abhole, freut er sich, mich zu sehen. So oder so würde ich die Ausbildung niemals abbrechen. Denn es ist ein gutes Gefühl, etwas für mich zu tun und uns zugleich eine schöne Zukunft aufzubauen.

Mit einem Job würdest du mehr verdienen – wie kommt ihr finanziell zurecht?

Wir können keine großen Sprünge machen, aber es reicht. Der Papa arbeitet Vollzeit, wir bekommen Kindergeld und Familiengeld. Die Ausbildung bei Stiegler gibt mir außerdem etwas viel Wertvolleres als Geld: Freude. Ich könnte nicht den ganzen Tag zu Hause sitzen, das würde mich nicht ausfüllen. Darum ist eine Teilzeit-Lehre für mich der perfekte Kompromiss.

Wie reagierten Lehrer oder Mitschülerinnen auf dich als Mutter?

Die Lehrer haben kein Problem damit, die jüngeren Schüler waren anfangs ein bisschen überrascht. Heute verstehen wir uns alle ziemlich gut. Niemand hat etwas dagegen, wenn ich nach der Schule sofort nach Hause muss. Und sollte es in Zukunft wieder möglich sein, entspannt feiern zu gehen, bin ich gerne dabei.

Hast du Tipps, wie man zu Hause mit Kind am besten lernen kann?

Nach der Schule brauche ich eigentlich nicht viel zu machen – denn wenn ich mich für eine Sache interessiere, bleibt der Stoff automatisch hängen. Aber natürlich lerne ich für Prüfungen, zum Beispiel abends, sobald mein Sohn schläft oder am Wochenende. Da geht dann der Papa mit ihm auf den Spielplatz, sodass ich mich in Ruhe vorbereiten kann. Sollte er quengeln und unbedingt zu mir wollen, mache ich eine kurze Pause.

Was würdest du anderen Frauen in deiner Situation raten?

Sie sollten positiv in die Zukunft blicken. Zum Beispiel wollte ich immer zuerst eine Ausbildung machen und danach schwanger werden. Jetzt ist es halt genau andersherum. Klar hatte ich Angst, dass mich keiner nimmt, aber ich habe eine Chance bekommen. Und das werden sie auch. Letztendlich verzögerte sich mein Einstieg ins Berufsleben einfach nur ein wenig.

Nach der Ausbildung würde ich gerne als Gesellin bei Stiegler arbeiten. Zudem plane ich, meinen Meister zu machen und vielleicht sogar irgendwann einen eigenen Betrieb zu gründen.

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