Robin Paradis (31), Malerin und Lackiererin

Was macht das Mädel denn hier? Zum Beispiel schleifen, tapezieren oder streichen! Robin Paradis ist eine der wenigen Frauen in ihrem Beruf. Seit 2008 behauptet sich die Gesellin in einer vermeintlich typischen Männerdomäne.

Wolltest du immer schon Malerin und Lackiererin werden?

Eigentlich nicht, ich bin da eher durch Zufall reingerutscht: Bevor ich zu Stiegler kam, machte ich eine Ausbildung zur Erzieherin sowie verschiedene Praktika, zum Beispiel im Einzelhandel. Doch alle Berufe, die ich bis dato ausprobierte, waren so eintönig. Immer die gleiche Arbeit, stets derselbe Ort. Das war überhaupt nichts für mich. Ich wollte mich auspowern. Während einer Berufsbildungsmaßnahme schnupperte ich 2007 in den Job einer Malerin hinein. Den fand in direkt superinteressant und abwechslungsreich. Zudem faszinierte es mich, dass eine Malermeisterin uns unterrichtete – diese Frau inspirierte mich.

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War dir klar, dass Maler eigentlich ein Männerberuf ist?

Ja, voll und ganz. Wenn Frauen ins Handwerk gehen, werden sie in der Regel Frisörin oder Schneiderin. Deswegen hatte ich anfangs auch Angst davor, den Beruf kraftmäßig nicht stemmen zu können – schließlich wiegen manche Farbeimer an die 25 Kilo. Doch meine Eltern und Freunde stärkten mir den Rücken: „Eine Frau im Handwerksberuf verdient Respekt“, sagten sie. „Du schaffst das!“ Und es stimmte: Bis heute gab es keine Aufgabe, die ich aus körperlichen Gründen nicht bewältigen konnte.

Ich habe mich damals auch mit der Malermeisterin unterhalten. Sie sagte, als Frau in einer Männerdomäne müsse man sich schon beweisen. Dieses Gefühl hatte ich während meiner Ausbildung ebenso. Schließlich gibt es auf der Baustelle immer wieder Männer mit Vorurteilen. Aber man sieht es ja: Sie machte ihren Meister, ich meinen Gesellenbrief! Viele glauben auch, dass Frauen in den benötigten Fächern, wie Mathe, nicht gut seien. Das stimmt einfach nicht. Zum Beispiel war ich in der Berufsschule keinesfalls schlechter als meine männlichen Mitschüler, sondern sogar Jahrgangsbeste!

Hast du lange nach einem Ausbildungsplatz gesucht?

Ich bewarb mich bei verschiedenen Malerfirmen, doch die kamen allesamt mit der Standard-Ausrede: Malerinnen nehmen wir nicht, weil keine Toiletten zur Verfügung stehen ... wobei Toiletten wirklich ein Thema sind. Klar, es gibt welche – entweder einen Container für alle oder DIXIs. Aber die könnten auf Großbaustellen natürlich sauberer sein.

Zu Stiegler kam ich 2008 durch ein Zeitungsinserat. Die Firma suchte damals Azubis. Ich habe mich einfach beworben und bin seitdem total zufrieden. Mein Chef war von Anfang an ziemlich offen. Er hatte nie Bedenken, ob ich den Job schaffen könnte. Und zum Glück nimmt das engstirnige Denken in der gesamten Branche langsam ab: Als ich noch lernte, gab es keine weiteren Frauen in der Berufsschule, jetzt sind schon einige dabei.

Was gefällt dir bei Stiegler besonders gut?

Das Betriebsklima. Wir haben jeden Tag zusammen Spaß, auch wenn es manchmal stressig zugeht. Außerdem ist der Malerberuf sehr abwechslungsreich: heute streichen, morgen tapezieren … ab auf die nächste Baustelle. Dann lackieren. Ich kann mir weder einen anderen Job noch einen besseren Arbeitgeber vorstellen. Wer gerne anpackt und Spaß an der Arbeit im Team hat, ist bei Stiegler an der richtigen Adresse.

Wie reagierten deine Kollegen am ersten Arbeitstag auf dich?

Gemischt. Die einen haben komisch geguckt – nach dem Motto: „Was macht das Mädel denn hier?“ Die anderen waren froh, etwas zum Angucken zu haben. Hin und wieder kamen Ansagen wie: „Eine Frau hat hier nix zu suchen!“ Eben das typisch alte Denken … das es in der Form mittlerweile gar nicht mehr gibt.

Damals fühlte ich mich auf der Baustelle schon etwas unwohl, ein wenig eingeschüchtert. Aufgeben war jedoch nie eine Option – denn dafür machte beziehungsweise macht mir der Beruf zu viel Spaß. Nachdem ich ungefähr ein Jahr lang jeden Tag 110 Prozent gegeben habe, waren auch die Altgesellen endlich von meinen Fähigkeiten überzeugt.

Mein Tipp für junge Malerinnen: Dumme Sprüche sofort kontern, denn damit rechnen die eingesessenen Kollegen überhaupt nicht.

Und wie ist es heute?

Heute bin ich ein sowohl angesehenes als auch gleichgestelltes Mitglied unseres Teams. Klar gibt es immer wieder Männer, die glauben, alles besser wissen. Dann braucht man Durchsetzungsvermögen. Wenn ein Kollege zum Beispiel denkt, er wäre jetzt der Kapo und könne mir gutgemeinte Ratschläge geben, versuche ich diese zunächst in meine Struktur einzuarbeiten. Ist das nicht möglich, überzeuge ich ihn mit Argumenten davon, dass seine Idee nicht die beste war. Denn: Leite ich ein Projekt, läuft alles nach meiner Nase! Und im Nachhinein sagen die meisten eh: „Okay, du hattest recht.“

Natürlich ist der Ton auf der Baustelle je nach Stressfaktor unterschiedlich. Mal ist er gelassen, mal rau. Damit muss man umgehen können. Ist eine Ansage gerechtfertigt, lerne ich draus. Anderenfalls geht sie ins linke Ohr rein und aus dem rechten wieder raus. So oder so: Selbst der schwerste Sturm beruhigt sich irgendwann. Und dann geht’s einfach weiter.

Welche Herausforderungen hast du bei Stiegler bereits gemeistert?

Die Großbaustelle bei MAN in Nürnberg war meine erste größere Baustelle und ein sehr herausforderndes Projekt, weil wir dort für den kompletten Innenausbau verantwortlich waren – vom Trockenbau bis zum Streichen. Ich stand buchstäblich vor einer riesigen Wand und dachte: „Oh, wie soll ich diese enorme Masse an Arbeit bewältigen?“ Aber man wächst mit seinen Baustellen. Einfach Zähne zusammenbeißen und ein paar Kollegen um Hilfe bitten – die sind in meinem Job nämlich Gold wert.

Durch die Herausforderung bin ich gelassener geworden. Denn nun weiß ich: Bei Stiegler sind wir füreinander da, auf das Team kann ich mich verlassen, gemeinsam schaffen wir alles.

Was könnte man tun, um den Beruf für Frauen attraktiver zu machen?

Generell würde ich jeder Frau raten, Malerin zu werden – insofern sie die Abwechslung liebt und sich auch gerne einmal schmutzig macht. Wer Bedenken hat, sollte den Beruf einfach mal ausprobieren. Merkt sie dann, dass es doch nicht passt, kann sie immer noch in die Fahrzeuglackierung gehen oder in eine andere Fachrichtung, zum Beispiel die Kirchenmalerei.

Von Seiten der Firmen hätte ich mir mehr Aufklärung gewünscht. Beispielsweise könnten sich ein paar Malerbetriebe auf Messen oder im Rahmen kleinerer Veranstaltungen präsentieren. Eben aktiv auf die Leute zugehen und erklären, wie die Ausbildung im Detail abläuft.

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Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Hoffentlich immer noch in der Firma. Aber was meine Karriere betrifft, lasse ich mich lieber treiben. Es gibt keinen Plan wie: In fünf Jahren mache ich meinen Meister, in zehn Jahren werde ich Bauleiterin. Meine Arbeit bei Stiegler macht mir Freude – was kann es Schöneres geben?

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